Auferstehung (isl.)

 
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(arab. Bath, türk. Diriliş)

Die Auferstehung der Toten geschieht nach dem Tag des Jüngsten Gerichts, wenn Gott das Leben im Jenseits beginnen lässt. Im Koran ist dieser Tag als Tag der Auferstehung von den Toten erwähnt. Nach dem ersten Trompetenstoß am Tag des Jüngsten Gerichts werden alle Lebewesen – mit Ausnahmen, die Gott bestimmt – vernichtet; beim zweiten Trompetenstoß öffnen sich die Gräber und alle verstorbenen Lebewesen werden wieder zum Leben erweckt (82/4; 39/68). Die Auferstandenen erscheinen danach vor Gott (36/51), so als ob sie auf ein bestimmtes Ziel hin liefen (70/43). Des Weiteren heißt es im Koran, dass diejenigen, die – auf ihre vermoderten Knochen zeigend – fragen: »Wer kann die Gebeine lebendig machen, wenn sie schon zerfallen sind?«, die Antwort erhalten werden: »Der macht sie lebendig, der sie ein erstes Mal erschuf« (36/78–79). Da also Gott den Menschen bereits aus dem Nichts erschaffen hat, ist die Möglichkeit einer Auferstehung nach dem Tod leicht nachzuvollziehen.

Da muslimische Theologen Körper und Seele (ruh) als miteinander verbunden ansehen, sind sie der Auffassung, dass mit dem Tod des Körpers auch alle seelischen Funktionen verloren gehen. Damit nach dem Tod göttliche Strafe oder Belohnung dennoch einen Sinn erhalten, muss die Auferstehung der Toten eine körperliche sein. Der Vers, in dem berichtet wird, dass die Menschen »bis zu den Fingerspitzen« wiederauferstehen werden (75/4), wird von den Theologen als Beweis für diese körperliche Auferstehung der Toten angeführt.

Die muslimischen Philosophen sind dagegen der Überzeugung, dass »die Fingerspitzen« sich nicht auf eine körperliche Wiederauferstehung beziehen; es werde dadurch metaphorisch zum Ausdruck gebracht, dass die auferstandenen Personen mit den Toten identisch seien. Deshalb sei auch die Person, der im Jenseits eine Strafe zuerteilt werde oder die dort eine Belohnung erfahre, wesensgleich mit derjenigen, die im Diesseits gelebt habe. Die Art und Weise, in der die muslimischen Philosophen von der geistigen Auferstehung der Toten sprechen, führt zu keiner Bedeutungsminderung von Strafe und Belohnung.

Şaban Ali Düzgün

christliches Korrelat: Auferweckung der Toten

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