Kleiderordnung (isl.)

 
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(arab. Libas, Malbas, türk. Kılık-Kıyafet)

Kleidung und Accessoires, wie sie in vorislamischer Zeit auf der Arabischen Halbinsel üblich waren, wurden auch nach Einführung des Islams weiterhin getragen. Im Koran heißt es: »Ihr Kinder Adams! Wir haben Kleidung auf euch herabgesandt, die eure Blöße decke, und Federn. Doch das Kleid der Gottesfurcht, das ist besser« (7 / 26). Weitere Verse lauten: »Ihr Kinder Adams! Tragt euren Schmuck bei einer jeden Anbetungsstätte« (7 / 31) und: »Sprich: ›Wer hat Gottes Schmuck verboten, den Er für seine Knechte hervorgebracht hat, und die guten Dinge von den Lebensgütern?‹« (7 / 32). Das zeigt, dass außer der Bekleidung an sich auch deren ästhetische Dimension wichtig ist.

Die Quellen geben keine Auskunft darüber, ob Muhammad nach seiner Berufung zum Propheten irgendeine Änderung an seiner eigenen Kleidung vorgenommen hat. Ein Vers aus der frühen Phase der Offenbarung lautet: »Und deine Kleider, die reinige« (74 / 4). Es gibt jedoch Aussagen von Muhammad, in denen er manche zum Kleidungsstil der damaligen Zeit nicht passende Bekleidungsvorlieben von Männern und Frauen seiner Umgebung kritisierte (s. Bukhari; Malik Ibn Anas). Ausgehend von den entsprechenden Hadithen gibt es nach Auffassung der Mehrheit der Muslime bezüglich der Kleidung drei Grundprinzipien: 1) Bedecken des Intimbereichs, 2) Sauberkeit und Schönheit der Kleidung, 3) Vermeidung von Prunk.

Die Muslime haben diesen Regeln entsprechend im Laufe der Geschichte je nach Kultur und geografischen Gegebenheiten unterschiedliche Bekleidungsformen entwickelt.

İsmail Hakkı Ünal

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